Hallöchen,
ich habe mich in letzter Zeit intensiver mit Gold in Papierform beschäftigt und frage mich, welches Produkt für langfristige Anleger eigentlich sinnvoller ist: Xetra Gold oder EUWAX Gold II. Beide wirken auf den ersten Blick ziemlich ähnlich, aber im Detail scheint es doch Unterschiede zu geben, die nicht ganz unwichtig sind.
Xetra-Gold und EUWAX Gold II sind ja beides börsengehandelte Schuldverschreibungen mit physischer Hinterlegung. Das klingt erstmal beruhigend, weil tatsächlich Gold im Hintergrund liegen soll. Trotzdem bleibt es formal gesehen eine Inhaberschuldverschreibung und damit eben kein direktes Eigentum am Barren im eigenen Tresor. Wie groß schätzt ihr hier wirklich das Emittentenrisiko ein? Theoretisch ist das Gold zwar hinterlegt, aber rechtlich ist es eben kein klassischer ETC mit Sondervermögen.
Was mich besonders interessiert, sind die laufenden Kosten. Offiziell werben beide damit, dass es keine klassische Managementgebühr gibt. Aber ganz ohne Kosten geht es ja nie. Lagerkosten sind indirekt eingepreist und am Ende verdient der Emittent natürlich auch. Ich habe den Eindruck, dass sich die Gesamtkosten bei beiden Produkten langfristig kaum unterscheiden, aber vielleicht übersehe ich etwas. Hat jemand konkrete Erfahrungen, wie stark sich die Kosten über viele Jahre bemerkbar machen? Auf https://meine-renditeimmobilie.de/gold-in-papier…ferung-steuern/ habe ich schon sehr viel darüber lesen und können. Auch unterschreibt der Artikel einige Punkte, die ich schon vorher hatte.
Ein weiterer Punkt ist der Spread. Gerade wenn man häufiger handelt, kann ein enger Spread entscheidend sein. Meiner Wahrnehmung nach ist Xetra Gold aufgrund des höheren Handelsvolumens oft etwas liquider. Das könnte sich im Geld Brief Unterschied bemerkbar machen. Andererseits habe ich auch schon Tage gesehen, an denen EUWAX Gold II sehr konkurrenzfähig war. Wie sind eure Beobachtungen dazu?
Spannend finde ich auch das Thema Auslieferung. Beide bieten meines Wissens nach die Möglichkeit, sich das Gold physisch ausliefern zu lassen. Aber wie praktikabel ist das wirklich? Bei kleineren Beträgen scheint das organisatorisch und kostenmäßig wenig attraktiv. Ich frage mich, ob das eher ein Marketingargument ist oder ob hier tatsächlich regelmäßig Anleger physisch ausliefern lassen. Und wie läuft das steuerlich bei einer Auslieferung genau ab?
Apropos Steuern: Wenn ich es richtig verstehe, gilt bei beiden Produkten die einjährige Haltefrist wie bei physischem Gold. Das heißt nach einem Jahr wären Gewinne steuerfrei. Das wäre natürlich ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Anlageformen. Allerdings frage ich mich, wie sicher diese steuerliche Behandlung langfristig ist. Steuerrecht kann sich ja ändern und dann sähe die Rechnung möglicherweise anders aus.
Ich persönlich tendiere aktuell leicht zu Xetra Gold, einfach wegen der hohen Bekanntheit und Liquidität. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass EUWAX Gold II strukturell sehr ähnlich aufgestellt ist und möglicherweise genauso sinnvoll sein kann. Mich würde wirklich interessieren, wie ihr das seht. Achtet ihr mehr auf Liquidität, auf Emittentenstruktur oder ist für euch am Ende entscheidend, wie einfach die physische Auslieferung funktioniert?